Artikel über Fux-Bestattungen aus dem Grenchner Stadt-Anzeiger

„Wir werden oft als erste gerufen, wenn jemand stirbt“

Pieterlen Der Ewigkeitssonntag ist den evangelischen Kirchen was den Katholiken Allerheiligen. Es ist ein Gedenktag an die Verstorbenen und fällt auf den letzten Sonntag vor dem ersten Advent. Nicht nur im Totenmonat November sondern immer allgegenwärtig ist der Tod für das Bestatter-Ehepaar Therese und Silvio Fux.

Ein nebliger Morgen im November. Etwas ausserhalb von Pieterlen liegt das Haus von Therese und Silvio Fux. Sie führen das gleichnamige Bestattungsunternehmen in Pieterlen und empfangen in ihrem Zuhause Angehörige, wenn diese einen geliebten Menschen verloren haben. Kerzen und ein weisses Tischtuch verleihen dem Wohnraum ein feierliches Ambiente. Therese und Silvio Fux füllen den Raum mit ihrer herzlichen, anteilsamen Art. An ihrem Esstisch sind bereits viele Tränen geflossen.

„Wir werden mitunter als erste gerufen, wenn jemand stirbt“, sagt Therese Fux. „Abholen der verstorbenen Person dürfen wir erst, nachdem ein Arzt vor Ort war und den Totenschein ausgestellt hat.“  Dann bereiten Therese und Silvio Fux den Verstorbenen für den Transport vor und bringen ihn in eine nahe gelegene Aufbahrungshalle. „Wir vereinbaren auch möglichst rasch einen Termin mit den Angehörigen“, erklärt Therese Fux. „Meistens kommt die Trauerfamilie zu uns, manchmal besuchen wir sie.“

Sarg für Kremierung

„Wir begleiten die Angehörigen, die nach dem Tod einer geliebten Person nicht nur mit ihrem Schmerz umgehen, sondern auch vieles entscheiden müssen.“ Eine erste und wichtige Frage ist: Kremierung oder Erdbestattung. „Einen Sarg braucht es so oder so.“ Die Angehörigen müssen also den Sarg auswählen, die Innenausstattung bestimmen. Welche Kleider soll der Verstorbene tragen? „Während früher meistens das sogenannte Totenhemd zum Zug kam, werden die Leute heute öfters im Anzug oder einem geliebten Kleid bestattet“, sagt Silvio Fux.

Für die Kremierung kommt die Wahl der Urne hinzu. „In Lengnau beispielsweise kommen nur Ton-Urnen in Frage, in Pieterlen solche aus vergänglichem Material, das kann Erde oder Sand sein, Keramik oder eine Biourne.“ Dann müssen Trauerfeier und Urnenbeisetzung organisiert, der Pfarrer kontaktiert werden. „Gemeinsam entwerfen wir Leidzirkulare und Todesanzeigen für eine Publikation in der Zeitung, besprechen Blumendekoration, Leichenmahl, auch bereits Trinkgelder.“

Die eigenen Emotionen

Im Umgang mit trauernden Menschen müssen Therese und Silvio Fux die eigenen Emotionen im Griff behalten. Das sei nicht immer einfach, gelinge ihrem Mann besser als ihr, sagt Therese Fux. „Viele Verstorbene kennen wir persönlich.“ Auch wenn das Einzugsgebiet von Therese und Silvio Fux bereits weite Kreise zieht und nebst Lengnau, Meinisberg, Pieterlen bis nach Solothurn und Grenchen reicht. „Das Bestattungsunternehmen kann man frei wählen.“ Ein guter Ruf spricht sich herum – und den geniessen Therese und Silvio Fux zweifelsohne.

Sie erinnern sich an eine Ausstellung. „Wir haben Informationsmaterial verteilt, auf Wunsch auch Särge gezeigt.“ Während einige den Anlass pietätlos fanden, ist er bei den meisten sehr gut angekommen. Sich mit dem Tod auseinandersetzen, ist nicht immer einfach, kann die Angehörigen aber entlasten. Therese und Silvio Fux tun es täglich. Sie haben auch einen guten Weg gefunden, sich mit dem Erlebten auseinander zu setzen. „Wir reden viel darüber.“ Das vage Gefühl bleibe aber, wenn sie zu einem Todesfall gerufen werden. „Was wird uns erwarten? Diese Frage stellen wir uns immer.“

Ihre vier Kinder hätten schon gelegentlich gesagt: Können wir mal von etwas anderem reden. Das tun sie natürlich auch. Am Tisch der Familie Fux-Zuber fliessen also nicht nur viele Tränen, da wird auch oft und gerne gelacht – alles zu seiner Zeit.

Therese und Silvio Fux-Zuber stehen Trauernden mit ihrer herzlichen Art zur Seite und begleiten sie durch den administrativen Dschungel, der sich nach dem Tod eines Angehörigen auftut.

Erschienen im Grenchner Stadt-Anzeiger, Ausgabe 47 am 19. November 2015